Cold Brew Cold Drip Kaffee

Kalter Kaffee war gestern

Warum trinken plötzlich alle kalten Kaffee? Der sogenannte Cold Brew und der Cold Drip Coffee sind jedoch alles andere als nur das! Wer ihn einmal probiert hat, wird begeistert sein, denn mit bitterer Brühe vom Vortag hat das Trend-Getränk des Jahres nichts zu tun.

Jeder kocht seinen Kaffee anders: Die einen lieben ihren Filterkaffee, andere schwören auf Vollautomaten und manche experimentieren mit alternativen Brühmethoden wie der Aeropress. Dass man Kaffee auch kalt zubereiten kann, blieb lange außer acht – dabei ist die Idee alles andere als neu! Die Geschichte des Cold Brew und des Cold Drip geht zurück ins 17. Jahrhundert, als noch keine Coffeeshops an jeder Ecke aus dem Boden sprossen.

Gut Ding will Weile haben

Eine Tasse Cold Brew setzt man nicht mal eben auf oder gibt dafür Eiswürfel in einen heißen Kaffee. Cold Brew und Cold Drip Coffee sind zwei Zubereitungsarten, bei denen das Kaffeepulver mit kaltem Wasser aufgegossen wird – und dann heißt es warten. Je nach Geschmack kann es 8 bis 24 Stunden dauern, bis der Kaffee fertig ist. Wozu der Aufwand? Kaffeekenner wie Röstmeister Erik Brockholz wissen: Geschmacklich hat der kalt “gebrühte” Kaffee einiges zu bieten! Zeit ersetzt Hitze, wodurch weniger Säure- und Bitterstoffe gelöst werden, Aromen und Koffein werden deutlich langsamer extrahiert. Das hat gleich zwei Vorteile: Der Kaffee wird durch die schonende Zubereitung magenfreundlicher und besser verträglich. Obendrein werden unsere Geschmacksnerven mit milder, natürlicher Süße und fruchtigen Noten belohnt.

Cold Brew vs. Cold Drip

Wie heißt es denn nun richtig? Fälschlicherweise werden die beiden Begriffe oft synonym verwendet, dahinter verstecken sich jedoch zwei unterschiedliche Methoden zur Herstellung von kaltem Kaffee, die im Ergebnis auch anders schmecken.

Der Cold Drip Coffee verlangt nach einer eigenständigen Apparatur und ist die aufwändigere der beiden Varianten. Tropfen für Tropfen gibt der Cold Dripper eiskaltes Wasser in ein Gefäß mit frischem Kaffeepulver. Über Stunden hinweg werden die Aromen und Öle extrahiert. Heraus kommt dabei ein kräftig-aromatisches Konzentrat, das mit Wasser verlängert zu einem komplexen Geschmackserlebnis wird.

Für Cold Brew Coffee braucht man dagegen nichts außer einem großen – idealerweise verschließbaren – Glas und einem Handfilter. Grob gemahlener Kaffee wird mit raumtemperiertem Wasser in dem Glas vermengt, verschlossen, und für mindestens zehn Stunden stehen gelassen (zum Beispiel über Nacht). Danach wird die Mischung durch einen Filter gegossen. Das Ergebnis ist ein etwas weniger intensives Konzentrat, das vor dem Trinken ebenfalls mit Wasser verdünnt wird.

Die Zubereitung von Cold Drip und Cold Brew mag zeitaufwendig sein; dafür schmeckt der kalte Kaffee aber besonders gut und hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen lang.

Profi-Tipp vom Kaffee-Experten Erik Brockholz:

Schmeckt nicht nur pur, auf Eis oder mit Milch – sondern auch perfekt mit Tonic Water und an manchen Tagen auch mit Gin!

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