Apple iOS14: Was geht uns das an?

Von Einschränkungen, Umsatzkillern und Datenkrieg

Apple kündigt mit seinem iOS14-Update mehr Datenschutz für seine Nutzer an. Super – könnte man jetzt meinen. Schaut man genau hin, muss man leider feststellen, dass das so gar nicht super ist. Weder für unsere Kunden, noch deren Werbetreibende (also uns!). Was da nun genau auf uns zurollt und welche Vorkehrungen jetzt unbedingt zu treffen sind? Wir haben die Hintergründe für Euch aufgedröselt.

Kleiner Vorgriff: Erscheinen wird das Update laut Apple early spring 2021. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die online Werbung mit begrenztem Budget schalten, ist das Update ein gehöriger und ernstzunehmender Umsatzkiller: Experten sprechen von Umsatzeinbußen von 50 bis 60 Prozent (!). Das dürfte unsere Kunden mit voller Breitseite treffen. Damit jetzt keine Panik ausbricht, haben wir vorgesorgt und einen Maßnahmenplan entwickelt, den wir schon heute für unsere Kunden umsetzen (müssen) und nach Erscheinen des Updates individuell weiterführen werden. Ziel: So wenig Abstriche und Umsatzeinbußen in den laufenden und zukünftigen Kampagnen wie nur möglich. Auch ihr benötigt Hilfe oder Beratung bei der Vorbereitung auf das iOS-Update? Sprecht uns an!

Facebook, Google & Co.: Was kommt mit iOS14 auf Werbetreibende zu?

Apple fordert von App-Herausgebern ab iOS14 die Integration einer Einwilligungsaufforderung an die Nutzer zum Tracking, ähnlich wie wir das schon von Websites gewohnt sind. Darunter fallen logischerweise auch Apps wie Facebook, Instagram und Google. Nutzer müssen also aktiv dem Tracking zustimmen, damit diese Apps weiterhin Nutzerdaten erfassen und übergreifend weitergeben dürfen. Wir als Werbetreibende steuern die Werbekonten und Kampagnen unserer Kunden – darunter fällt beispielsweise die Ausrichtung von Anzeigen auf verschiedene relevante Zielgruppen bei Facebook, Instagram oder Google, aber auch die gezielte Wiederansprache von Websitebesuchern in den Sozialen Medien, das sogenannte Retargeting. 

Und was hat das jetzt mit uns zu tun?

Widersprechen die Nutzer in den Apps nun der Einwilligungsaufforderung zum Tracking, werden keine Nutzerdaten mehr gesammelt und weitergegeben. Somit steht grundsätzlich wesentlich weniger Datenmaterial über Nutzer zur Verfügung, sodass sich das Abstimmen von relevanten und interessanten Werbeanzeigen auf Nutzer mit entsprechenden Interessen, Vorlieben, Kaufkraft, Surfverhalten usw. auf allen Kanälen wesentlich schwieriger gestaltet. Weil Apple mit dieser neuen Richtlinie die Effektivität von personalisierter Werbung signifikant einschränkt, wird es Unternehmen mit kleineren Marketingbudgets viel schwerer gemacht, ihre Zielgruppe effizient zu erreichen. Die Richtlinie wird deren Wachstum bremsen und großen Unternehmen einen Vorteil verschaffen. Denn diese können meist über weitaus höhere Werbebudgets verfügen, die das Daten-Delta dann zu einem Teil wieder ausgleichen können. Ein ziemlicher Hammer, wie wir finden.

Warum macht Apple das?

Daten = Macht. Apple agiert hier vordergründig als Retter des Datenschutzes, aber es steckt doch etwas mehr dahinter: Apples eigene Plattform für personalisierte Werbung ist von der neuen Einwilligungsanforderung, die anderen Unternehmen auferlegt wird, ausgenommen. Mehr sagen wir an dieser Stelle nicht dazu.

Aufatmen im Datenkrieg?

Apple hält sich bei der Herausgabe von genauen Informationen sehr bedeckt. Wie fatal die Auswirkungen sein werden, zeigt sich also erst bei und nach Veröffentlichung des Updates. Facebook geht zwar nicht von einem vollständigen Verlust der Personalisierung unter den beabsichtigten iOS 14-Änderungen aus, mit der Zeit könnte sich dieses Szenario jedoch bewahrheiten. Mehr dazu in diesem Artikel auf dem offiziellen Facebook-Blog. Wir behalten die Entwicklung im Blick und reagieren schon jetzt mit unserem durchdachten Maßnahmenplan, den wir euch unbedingt ans Herz legen, damit ihr nach Erscheinen des Updates so wenig Werbeeinbußen wie möglich erfahrt.