Ein nicht ganz typischer Sonntagabend

Diner en blanc

Der Sonntagabend steht vor der Tür. Die meisten von uns verbringen ihn für gewöhnlich ganz bequem im eigenen Zuhause, mit der Familie, Freunden, Bekannten – gemütlich eben. Aber warum ist das eigentlich so? Der Sonntagabend ist doch kein anderer als andere Abende. Wir haben der Sonntagabend-Gemütlichkeit nun ein Ende gesetzt – und bereuen es in keinem Moment!

Für uns stand der vergangene Sonntag ganz im Zeichen “weiß”. Schon zum vierten Mal in Folge lud Florian Glauert im Restaurant Duke im Ellington Berlin mehrere Gastköche ein, um eine ganz besondere Veranstaltung zu zelebrieren: Und zwar ein “Diner en blanc”, bei dem das Menü unter dem Motto “Monochrom” stand. Entscheidend dafür war natürlich auch die Zusammensetzung der Gastköche. Mit Matthias Gfrörer und Mario Kotaska waren zwei langjährige Weggefährten und Freunde von Glauert mit von der Partie, die den Abend zu einer Hommage an vergangene Zeiten werden ließen. Beide waren in verschiedenen Restaurants jeweils die jüngsten Souschefs. Inzwischen sind sie keine Souschefs mehr und hatten sich zusammen mit Nicholas Hahn das Ziel gesetzt, sowohl den Gästen als auch sich selber einen genuss- sowie freudvollen Abend zu bereiten – und das ist ihnen definitiv gelungen.

Monochrom

Eine Tafel ganz in weiß hatte schon immer etwas besonders Festliches. Zugegeben, vielleicht ein wenig zu klassisch, aber gerade in Kombination mit einem gänzlich weiß gestalteten Raum und in weiß gekleideten Gästen entstand somit eine unglaubliche Atmosphäre. Das Spannendste daran ist wahrscheinlich, dass das Essen dadurch einen perfekten Rahmen bekommt. Denn ob gewollt oder nicht, konzentriert man sich direkt viel mehr auf das, was auf dem Teller passiert.

Dass die Köche das Menü unter dem Motto “Monochrom” konzipierten, hat die bewusste Wahrnehmung des Essens selbstverständlich noch gesteigert. Beginnend mit der Farbe Gelb hat Matthias Gfrörer mit Lachs, Hokkaido, Gelber Bete und Butterjus eine Vorspeise auf den Teller gebracht, die das Satte, Warme und Kräftige dieser Farbe aromatisch perfekt widergespiegelte. Marcel Woest, Küchenchef in Mario Kotaskas Schmidt Z & KO, hat anschließend für die Farbe Braun seine selbstgemachte Blutwurst mit Tofu und Pilzen kombiniert. So ansprechend war ein Gericht ganz in braun schon lange nicht mehr. Allein die Begeisterung, mit der Marcel Woest über „seine Blutwurst“ und das Kontroverse dieses Gerichts sprach, hat auch uns mitgerissen. Das herzhafte Finale von Florian Glauert und seinem Team kam dann ganz in lila. Theoretisch zumindest. Denn ob die Kombination aus Kalb, Roter Bete und Pflaume wirklich Lila war, wurde auch Backstage zwischen den Köchen heiß diskutiert. Sehr schmackhaft war das Gericht aber ohne Frage, auch wenn wir uns die Farbe etwas spannungsgeladener vorgestellt hätten. Unser Favorit des Abends war jedoch die eindeutig rote Kombination aus Tomate, Paprika und Sternanis von Nicholas Hahn. Kein typisches Dessert, das nach dem gehaltvollen Menü einen erinnerungswürdigen, sauer-süßen Abschluss bescherte. Wir hoffen sehr, dass Hahn seine Idee weiterverfolgt und perfektioniert – allein deswegen werden wir ganz sicher einmal in seinem “Restaurant am Steinplatz” in Berlin vorbeischauen.

Ein würdiges Ende

Zu guter Letzt wurde dann der klassisch-monochrome Ansatz zu Gunsten eines fröhlich bunten, fast schon den Kitsch zelebrierenden Petit Four Buffets beendet. Zu unserer großen Freude konnten wir dann einen Espresso und das ein oder andere abschließende Getränk gemeinsam mit den Herren in der Küche nehmen. Denn neben lukullischen Genüssen macht doch nur das Kennenlernen von Menschen, die sich für die gleichen Dinge begeistern, einen Sonntagabend erst wirklich rund.

Allen, die jetzt bedauern den Abend nicht auch im Restaurant Duke verbracht zu haben, können wir zwei Dinge ans Herz legen, um die Zeit bis zum „Diner en blanc“ im nächsten Jahr zu überbrücken: Für einen Abend der besonderen Art sollten Sie sich in jedem Falle den 4. Februar 2018 vormerken, wenn Matthias Gfrörer zum “Kochen mit Freunden” in seine Gutsküche Wulksfelde lädt. Ansonsten sind definitiv auch die Restaurants der anderen Gastköche einen – oder gern auch mehrere – Besuche wert. [engic_gallery ids=“8866,8865,8864,8863,8862″ columns=“5″ columns_tablet_landscape=“2″ columns_tablet_portrait=“2″ columns_mobile=“1″ hide_image_title=“yes“ hide_image_caption=“yes“ overlay_opacity=“90″]

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